Matzingen

Die 4-Säfte-Lehre 

Sie hat meines Erachtens auch heute nichts von ihrer Berechtigung verloren. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus Jahrhunderten der Heilkunst gelten ergänzend auch heute noch.
Es gibt kein"gegen die Schulmedizin" und "für die Naturheilkunde". Die Moderne medizinische Methode sollte und muss mit derjenigen der althergebrachten Erfahrung kombiniert werden. Wichtig ist, beiden Teilen die nötige Würdigung zu kommen zu lassen.

 

4 Säfte Lehre

Charakter, Temperament, Psyche und körperliche Verfassung unterliegen laut Mittelalterlicher Sichtweise, den vier Säften" Schleim, Blut, Gelbe und schwarze Galle, sowie den vier Grundelementen Wasser, Luft, Feuer, Erde.

Der Choleriker, schnell aufbrausend und schnell beruhigt, neigt zu Bluthochdruck= Gelbe Galle-der Leber,

Qualität. heiss und trocken. Feuer (Widder, Löwe, Schütze) Erzengel Michael

Der Melancholiker, Misstrauisch, rachsüchtig, aber auch genialer Wissenschaftler und Künstler, = Schwarze Galle der Milz

Qualität: kalt und trocken. Erde (Stier, Jungfrau, Steinbock) Erzengel Uriel

Der Phlegmatiker, schläft gern besitzt kaum eigene Initiative=Schleim des Gehirns

Qualität: kalt und wässrig. Wasser (Krebs, Skorpion, Fische) Erzengel Gabriel

Der Sanguiniker, gesellig und fröhlich, ausgeglichen, liebt Musik und die körperliche und Handwerkliche Betätigung= Blut

Qualität: warm und feucht. Luft (Zwilling, Waage, Wassermann) Erzengel Raphael 

Hildegard v. Bingen

Hildegard von Bingen, Liber Divinorum Operum.


Feuer, Erde, Wasser, Luft und der Mensch            

Die  vier Grundelemente sind im Menschen verbreitet und teilen ihre Aufgaben so, auf das er zusammengehalten wird und wirken da, bei allem was er tut. 
Das Feuer ist mit seinen fünf Kräften im Hirn und im Mark des Menschen. Das Feuer äußert sich als Hitze beim Sehen, als Kälte beim Riechen, als Feuchtigkeit beim Schmecken, als Luft beim Hören und als Bewegung beim Tasten.
Die Luft ist mit ihren vier Kräften im Atem und in der Vernunft des Menschen. Sie leistet durch ihren lebendigen Hauch, der nichts anderes als die Seele ist, im Menschen ihren Dienst, weil sie ihn trägt, und sie ist der Flügel seines Fluges, wenn der Mensch den Atem in sich zieht und ausstößt, dass er leben kann. Die Seele ist das Feuer, das den ganzen Körper durchdringt und den Menschen belebt. Auch zündet die Luft das Feuer an, und das Feuer brennt durch die Luft in allem. Die Luft äußert sich, wenn sie den Tau aussendet, das Wachstum anregt, den Wind bewegt und der Mensch sich durch Wärmeeinwirkung ausdehnt.
Das Wasser mit seinen fünfzehn Kräften ist in der Feuchtigkeit und im Blut des Menschen enthalten. Vom Wasser hat der Mensch die Beweglichkeit.
Die Erde gedeiht, wenn die Elemente ihre Aufgaben gut und ordentlich erfüllen, so dass die Wärme, der Tau und der Regen sich teilen und einzeln und mäßig zur rechten Zeit sich herabsenken, um der Erde und den Früchten die richtigen Wetterbedingungen zu geben, und viel Frucht und Gesundheit bringen.

Quelle: 

  • Das Grosse Handbuch der Klosterheilkunde
  • Wikipedia